Pressemitteilung

Marvin Schröder gelingt der Weg von der Tagesförderstätte in den Arbeitsbereich

Modellhafter Übergang: Marvin Schröder gelingt der Weg von der Tagesförderstätte in den Arbeitsbereich

Delmenhorst, 07.05.2026. Marvin Schröder ist etwas Besonderes gelungen, nämlich der Übergang aus der Tagesförderstätte über den Berufsbildungsbereich in den Arbeitsbereich der Delme-Werkstätten am Standort Delmenhorst. Er ist damit der erste und bislang Einzige aus den Delme-Werkstätten, dem dieser Übergang in dieser Weise gelungen ist, weshalb er zurecht sagt: „Ich bin stolz.“

Marvin Schröder hat einen „hohen Assistenzbedarf“. Er hat eine Spastik in den Händen und sitzt in einem Rollstuhl. Er benötigt im Alltag pflegerische Unterstützung. Sein Weg in den Delme-Werkstätten begann im Jahr 2013. Damals absolvierte er das Eingangsverfahren, eine Art Berufsfindung, und entschied sich zunächst bewusst für die Tagesförderstätte. Schon dort war er aktiv und hat innerhalb des Delme-Standortes Post verteilt. Zehn Jahre später wiederum entschied er sich, unterstützt durch seine Familie, für die Teilnahme am Modellprojekt der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe mit dem Titel „Unterstützter Übergang aus der Tagesförderstätte in ein Eingangsverfahren einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung (WfbM) für Menschen mit hohem Assistenzbedarf“, das im November 2018 gestartet war.

Das Modellprojekt verlief in einem 3-Phasen-Modell, bei dem Marvin Schröder ab dem 15. Februar 2023 zunächst sechs Monate lang in der Tagesförderstätte auf das 3-monatige Eingangsverfahren vorbereitet wurde (Phase 2). Im Anschluss absolvierte er den zweijährigen Berufsbildungsbereich (Phase 3) bis er schließlich am 1. März 2026 seine Werkstattstelle im Arbeitsbereich „Verpackung und Montage“ in der Richtstraße 30/31 antrat. Für das Modellprojekt wurden zusätzliche stundenweise Fachleistungen durch eine „Übergangsassistenz“ finanziert, so dass Marvin Schröder während der drei Phasen weiterhin von einer Pflegekraft unterstützt werden konnte.

Zu seiner Zeit im Berufsbildungsbereich gehörten auch Arbeitserprobungen im Arbeitsbereich, unter anderem in einer Facility Gruppe. Weil das für Marvin Schröder nicht ganz das Gelbe vom Ei war, ist er im Oktober 2025 in den Arbeitsbereich „Verpackung“ gewechselt, wo er kleine Autozubehörteile abzählt und in Tüten und Kartons verpackt. Um ihm trotz seiner motorischen Einschränkungen Teilhabe zu ermöglichen, hat die Tischlerei für ihn aus Holz eine eigene Hilfsmittelvorrichtung hergestellt, die ihm das Einfüllen von Schrauben in vorgeöffnete Tütchen ermöglicht. „100 Kartons pro Tag schafft er!“, berichtet Gruppenleitung Elke Nölker.

„Marvin Schröder hat immer signalisiert, dass es ihm wichtig ist an einem Arbeitsauftrag mitzuwirken. Durch das Modellprojekt entfielen dann die Hürden im Kopf, die den Wechsel von der Tafö ins Eingangsverfahren angingen.“, so Bildungsbegleiter Sven Westerwalbesloh, der den Wechsel eng begleitet hat. Auch die Angst, dass eine Rückkehr in die Tafö irgendwann nach diesem Schritt unmöglich sein würde, ist weggefallen: Marvin Schröder dürfte jederzeit zurück. Momentan stehen die Zeichen aber auf Bleiben, so dass ihm sein Weggefährte Sven Westerwalbesloh einfach nur noch wünscht: „Halt die Ohren steif!“

Bild: Marvin Schröder an seinem Arbeitsplatz im Bereich Verpackung & Montage am Delme-Standort Richtstraße. Bildungsbegleiter Sven Westerwalbesloh und Gruppenleitung Elke Nölker freuen sich mit ihm über den Erfolg des Modellprojektes. (Copyright: Delme-Werkstätten / Ute Stollreiter)

Text: Delme-Werkstätten

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